Technische und organisatorische Maßnahmen
Die folgenden Maßnahmen beschreiben den aktuellen Sicherheitsrahmen von Renquor. Sie werden risikoorientiert weiterentwickelt. Gleichwertige oder stärkere Maßnahmen können einzelne technische Umsetzungen ersetzen.
1. Organisation und Verantwortlichkeiten
- Zugriffe auf Produktionssysteme werden auf erforderliche Administratoren beschränkt.
- Produktionsänderungen erfolgen kontrolliert, mit Vorprüfung, Sicherung und technischer Verifikation.
- Vertraulichkeitspflichten gelten für Personen mit möglichem Zugriff auf Kundendaten.
- Sicherheits- und Datenschutzvorfälle werden dokumentiert und nach einem geregelten Ablauf behandelt.
2. Zutritts- und Infrastrukturschutz
- Serverbetrieb in professioneller Rechenzentrumsinfrastruktur des Hostinganbieters.
- Physische Schutzmaßnahmen, Zutrittskontrollen, Energie-, Brand- und Netzwerkredundanz im Verantwortungsbereich des Rechenzentrums.
- Datenbankdienste werden nicht über einen öffentlichen Datenbankport bereitgestellt.
3. Zugangskontrolle
- Individuelle Benutzerkonten mit rollen- und berechtigungsbezogener Anmeldung.
- Passwörter werden mit einem anerkannten Passwort-Hashverfahren gespeichert.
- Aktualisierungstoken werden gehasht gespeichert; Sitzungen sind zeitlich begrenzt und widerrufbar.
- Mehrfaktor-Authentifizierung steht für administrative Konten zur Verfügung.
- Rate-Limits und Sicherheitsprotokolle erschweren automatisierte Anmeldeangriffe.
4. Zugriffskontrolle und Mandantentrennung
- Datenzugriffe werden serverseitig an Unternehmens-ID, Mitgliedschaft, Rolle und Berechtigungen gebunden.
- Benutzer erhalten nur die für ihre Aufgaben freigegebenen Bereiche.
- Administrative Änderungen und wichtige Sicherheitsereignisse werden protokolliert.
- Öffentliche Zeitbuchungsfunktionen verwenden getrennte Badge-/Tokenmechanismen und optional Standort- oder PIN-Regeln.
5. Übertragungskontrolle
- Öffentliche Verbindungen werden über HTTPS/TLS abgesichert.
- Restriktive Sicherheitsheader begrenzen Framing, MIME-Sniffing und unerwünschte Ressourcenquellen.
- Backend- und Datenbankkommunikation erfolgt in getrennten Container-/Servicenetzen.
- Externe Übermittlungen werden nur für vereinbarte oder vom Kunden konfigurierte Dienste eingesetzt.
6. Eingabe- und Nachvollziehbarkeitskontrolle
- Anmeldungen, Benutzeränderungen, Synchronisationen, sicherheitsrelevante Vorgänge und Zeitbuchungsversuche können mit Zeit, Benutzer, Unternehmen und Kontext protokolliert werden.
- Änderungs- und Aktivitätsprotokolle unterstützen betriebliche Nachvollziehbarkeit.
- Systemzeit und Serverzeit werden für technische Protokolle verwendet.
7. Verfügbarkeits- und Wiederherstellungskontrolle
- Containerdienste verfügen über Neustart- und Gesundheitsprüfungen.
- Datenbank- und Uploaddaten werden in persistenten Volumes gespeichert.
- Backups umfassen Datenbank und relevante Datei-Volumes.
- Backup-Pakete werden mit starker symmetrischer Verschlüsselung und Integritätsprüfsumme erzeugt.
- Wiederherstellungs- und Testskripte sind für den kontrollierten Restore vorgesehen.
8. Trennungsgebot
- Unternehmensdaten werden logisch anhand der Unternehmens-ID getrennt.
- Produktions-, Sicherungs- und Entwicklungszwecke werden organisatorisch beziehungsweise technisch getrennt.
- Supportzugriffe erfolgen nur zweckgebunden und soweit erforderlich.
9. Datenminimierung und Löschung
- Pflichtfelder werden auf betriebsnotwendige Angaben begrenzt.
- Kunden steuern Berechtigungen, Dateninhalte und fachliche Aufbewahrung.
- Export-, Papierkorb- und Löschfunktionen unterstützen geregelte Datenlebenszyklen.
- Nach Vertragsende erfolgt Rückgabe beziehungsweise Löschung nach AVV; Backupkopien werden zyklisch überschrieben.
10. Entwicklung, Wartung und Schwachstellen
- Änderungen werden vor Produktivsetzung gebaut, validiert und durch Gesundheitsprüfungen kontrolliert.
- Produktionsstände werden vor Änderungen gesichert und mit Hashwerten beziehungsweise Markern verifiziert.
- Abhängigkeiten und Sicherheitsmeldungen werden risikoorientiert geprüft und aktualisiert.
- Fehlerbehebungen werden so eingegrenzt, dass nicht betroffene Funktionen möglichst unverändert bleiben.
11. Kundenseitige Mitwirkung
Die Wirksamkeit der Maßnahmen setzt voraus, dass der Kunde sichere Endgeräte, aktuelle Browser, angemessene Passwörter, sorgfältige Berechtigungsvergabe, rechtmäßige Konfigurationen und eigene betriebliche Sicherungs- und Löschprozesse einsetzt.